Granat Mineralogische Dokumentation by 1STone
Granat
Die Mineralgruppe der Granate · Almandin · Andradit · Grossular · Pyrop · Spessartin · Uwarowit
Eigenschaften · Heilwirkung · Anwendung · Bedeutung
1. Namen und Synonyme
Der Name Granat leitet sich vom lateinischen granatum („Granatapfel“) ab – ein Verweis auf die tiefroten, rundlichen Kristalle des häufigsten Vertreters Almandin, die in ihrer Form und Farbe an die Samen des Granatapfels erinnern. Der lateinische Begriff granum („Korn“, „Samen“) ist ebenfalls als Namensgeber diskutiert worden. Im Mittelalter war Granat unter dem Begriff Carbunculus („Kohlchen“, wegen der glühenden Rotfarbe) bekannt; der Begriff Carbunkel bezeichnete alle tiefroten Edelsteine dieser Art.
Granat ist kein einzelnes Mineral, sondern eine Mineralgruppe – eine Familie eng verwandter Silikate mit gleicher Kristallstruktur, aber unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung. Die sechs wichtigsten Endglieder der Granat-Gruppe sind:
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Almandin: Fe₃Al₂(SiO₄)₃ – dunkelrot bis schwarzrot; häufigster Granat; klassischer „Granat-Stein“
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Andradit: Ca₃Fe₂(SiO₄)₃ – gelb, grün, schwarz; Varietaten: Demantoid, Melanit, Topazolith, Regenbogen-Andradit
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Grossular: Ca₃Al₂(SiO₄)₃ – farblos, grün, orange, rot; Varietaten: Hessonit, Tsavorit, Chrom-Grossular
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Pyrop: Mg₃Al₂(SiO₄)₃ – tiefrot bis dunkelrot; Varietat: Rhodolith (Mischkristall mit Almandin)
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Spessartin: Mn₃Al₂(SiO₄)₃ – orange bis orangerot; benannt nach dem Spessart (Bayern)
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Uwarowit: Ca₃Cr₂(SiO₄)₃ – intensiv smaragdgrün; selten in Schmuckgröße; benannt nach dem russischen Minister Graf Uwarow
Dazu kommen wichtige Mischkristalle und Handelsnamen wie Rhodolith (Pyrop-Almandin-Mischung), Malaia-Granat (Pyrop-Spessartin) und Colour-Change-Granat (Pyrop-Spessartin mit Farbwechseleffekt). Die vollständige Granat-Gruppe umfasst über 30 Minerale.
2. Entstehung und Vorkommen
Granate entstehen in sehr unterschiedlichen geologischen Umgebungen – was die große Vielfalt der Gruppe erklärt. Je nach Granat-Art bilden sie sich metamorph in Gneisen und Glimmerschiefern, magmatisch in Peridotiten und Kimber liten, oder hydrothermal in Skarnen (kontaktmetamorphen Kalksilikaten). Diese breite Entstehungspalette macht Granat zu einem der gesteinsbildenden Minerale überhaupt.
Almandin und Pyrop entstehen bevorzugt metamorph und sind die häufigsten Granat-Vertreter in Gneis und Glimmerschiefer weltweit. Uwarowit und Demantoid entstehen in Chromit-führenden ultrabasischen Gesteinen. Hessonit und Grossular entstehen typischerweise in Skarnen. Spessartin findet sich bevorzugt in pegmatitischen Gesteinen.
Die wichtigsten Fundregionen nach Granat-Art:
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Almandin: Indien (Rajasthan), Brasilien, Sri Lanka, Australien, Österreich (Zillertal), USA; weltweite Hauptquelle für roten Schmuckgranat
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Andradit / Demantoid: Russland (Ural), Namibia, Iran, Italien (Val Malenco); Demantoid gilt als wertvollster Granat
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Grossular / Tsavorit: Tansania, Kenia (Tsavo-Nationalpark, Namensgeber); Kanada für farblose Grossulare
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Grossular / Hessonit: Sri Lanka, Indien, Madagaskar; orange-honigfarbene Exemplare
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Pyrop: Tschechien (Böhmen, historisch bedeutsam), Südafrika, Argentinien, USA
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Rhodolith (Pyrop-Almandin): Tansania, Mosambik, Zimbabwe, Indien; rosa bis violettrot
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Spessartin: Namibia (Loliondo), Nigeria, Brasilien, Pakistan; intensiv orange
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Uwarowit: Russland (Ural), Finnland, Polen; meist nur als Druse auf Muttergestein, selten als Einzelkristall
Besonderheit: Granat ist eines der wenigen Mineralien, das in allen drei großen Gesteinsklassen vorkommt – in magmatischen, metamorphen und sedimentären Gesteinen (als Schwermineralkonzentrat in Flusssedimenten). Granatsand ist ein wichtiges industrielles Schleifmittel.
3. Kristallsystem, Erscheinungsbild und Farben
Alle Granate kristallisieren im kubischen (isometrischen) Kristallsystem – ein wichtiges gemeinsames Merkmal der gesamten Gruppe. Typische Kristallformen sind das Rhombendodekaeder (12 rautenförmige Flächen) und das Ikositetraeder (24 Flächen), häufig auch Kombinationen beider Formen. Die Kristalle sind meist rundlich-eckig, was an Körner oder Samen erinnert – daher der Name.
Die Farbpalette der Granat-Gruppe ist einzigartig breit und umfasst praktisch alle Farben des Spektrums – mit Ausnahme von Blau (blauer Granat existiert, ist aber extrem selten und zeigt meist einen Farbwechsel):
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Rot (Almandin, Pyrop): Von Hellrot über Blutrot bis Schwarzrot; die klassische Granatfarbe
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Orangerot bis Orange (Spessartin, Hessonit): Von Mandarinenorange bis Honiggelb; lebhaft und warm
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Rosa bis Violettrot (Rhodolith): Elegante, warme Rosafärbung; sehr begehrt in der Schmuckbranche
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Grün (Tsavorit, Demantoid, Uwarowit): Von Mintgrün bis Smaragdgrün; Tsavorit und Demantoid konkurrieren mit Smaragd
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Gelb (Topazolith, Hessonit hell): Von Zitronengelb bis Honiggelb
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Schwarz (Melanit): Tiefschwarz, opak; Andradit-Varietat
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Farblos (Grossular, Leukogranat): Selten; für optische Zwecke und Sammler
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Farbwechsel (Colour-Change-Granat): Wechsel von Grün (Tageslicht) zu Rot/Violett (Künstlicht); extrem selten und wertvoll
4. Mineralklasse und Chemie
Granate gehören zur Mineralklasse der Silikate, genauer zu den Nesosilikaten (Inselsilikaten). Die allgemeine Strukturformel lautet X₃Y₂(SiO₄)₃, wobei X für zweiwertige Kationen (Ca, Mg, Fe²⁺, Mn) und Y für dreiwertige Kationen (Al, Fe³⁺, Cr) steht. Diese Formel erlaubt eine außerordentlich große Zahl von Mischkristallen zwischen den Endgliedern, was die immense Varietätsvielfalt der Granat-Gruppe erklärt.
Als kubisch-tertiäres Mineral zeigt Granat keine Spaltbarkeit – ein wichtiges diagnostisches Merkmal. Er bricht muschelig bis uneben. Die Härte variiert je nach Granat-Art zwischen 6,5 und 7,5 – alle Granate sind damit hart genug für den Schmuckeinsatz.
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Mineralklasse: Silikate (Nesosilikate / Inselsilikate)
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Allgemeine Formel: X₃Y₂(SiO₄)₃
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Kristallsystem: Kubisch (isometrisch) – gilt für alle Granat-Arten
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Härte (Mohs): 6,5 – 7,5 (je nach Granat-Art)
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Dichte: 3,5 – 4,3 g/cm³ (variiert stark je nach Zusammensetzung)
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Spaltbarkeit: Keine (kubische Symmetrie, keine Spaltebenen)
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Bruch: Muschelig bis uneben
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Strichfarbe: Weiß (unabhängig von der Steinfarbe)
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Lichtbrechung: 1,714 – 1,888 (je nach Granat-Art; optisch isotrop)
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Transparenz: Transparent bis opak (je nach Varietat und Einschlussreichtum)
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Fluoreszenz: Meist keine; einige Spessartine und Grossulare fluoreszieren orange oder gelb
5. Die wichtigsten Varietäten im Detail
Almandin – Der klassische Granat
Almandin ist der bei weitem häufigste und bekannteste Granat und der Stein, der mit dem Begriff „Granat“ im Volksmund am engsten verbunden ist. Sein Name leitet sich von der Stadt Alabanda in Kleinasien ab, wo er in der Antike gehandelt wurde. Almandin kommt weltweit in metamorphen Gesteinen vor und wird in riesigen Mengen in Indien, Brasilien und Australien abgebaut.
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Farbe: Tiefrot, blutrot, braunrot bis schwarzrot; durch Fe²⁺
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Härte: 7,0–7,5
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Wirkung (Steinheilkunde): Tatkraft, Vorstellungsgabe, stoffwechselanregend, Eisenstoffwechsel im Darm, blutbildend
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Verwendung: Schmuckstein, Trommelstein, Rohstein; auch industrielles Schleifmittel
Andradit und seine Varietäten
Andradit ist die farblich vielseitigste Granat-Art. Er wurde nach dem brasilianischen Mineralogen José Bonifacio de Andrada e Silva benannt. Andradit hat den höchsten Brechungsindex aller Granate – beim Demantoid sogar höher als beim Diamant, was dessen spektakuläres Feuer erklärt.
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Allgemeine Wirkung: Dynamik, Kreativität, geistige Beweglichkeit, belebend, leberanregend, blutbildend
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Demantoid (grün): Seltenste und wertvollste Andradit-Varietat; Russland (Ural); Inspiration, Scharfsinn, stark leberanregend, entgiftend, gegen Entzündungen
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Melanit (schwarz): Schwarzer Andradit; Aufrichtigkeit, Widerstandskraft, kräftigt die Wirbelsäule
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Regenbogen-Andradit: Zeigt Regenbogenfarben durch Irisieren; extrem selten; Ideenreichtum, Flexibilität, Entsäuerung, herzstärkend
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Topazolith (gelb): Seltene gelbe Andradit-Varietat; Optimismus, Hoffnung, Wundheilung, gewebestärkend
Grossular und seine Varietäten
Grossular – benannt nach dem lateinischen Wort für Stachelbeere (Ribes grossularia) wegen seiner typisch grünen bis gelb-grünen Farbe – ist die Granat-Art mit der größten Farbvielfalt. Reine Grossulare sind farblos; Spurenelemente erzeugen die breite Farbpalette.
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Allgemeine Wirkung: Entspannung, Erholung, stärkt Nieren, gegen Rheuma und Arthritis, regeneriert Haut und Schleimhäute
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Hessonit (orangebraun): Selbstachtung, geistiges Wachstum, Hormonregulierung bei Über- und Unterfunktion der Drüsen
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Tsavorit (smaragdgrün): Hilft bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute, auch bei verschleppten und chronischen Erkrankungen
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Chrom-Grossular (intensivgrün): Selbstbestimmung, Fettstoffwechsel, vorbeugend gegen Arteriosklerose
Pyrop und Rhodolith
Pyrop – vom griechischen pyropos („feferfarbig“, „feurig“) – ist der tiefrotest e Granat und war im 19. Jahrhundert in böhmischen Granatschmuck-Arbeiten berühmt. Böhmischer Granatschmuck aus Pyrop hat bis heute Sammlerwert und ist ein anerkanntes Kulturgut.
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Pyrop-Wirkung: Gelassenheit, Mut, hebt die Lebensqualität, verbessert die Blutqualität, kreislaufstärkend
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Rhodolith (rosa bis violettrot): Mischkristall aus Pyrop und Almandin; Lebenslust, Herzlichkeit, Vertrauen, gesunde Sexualität, stoffwechselanregend
Spessartin
Spessartin – benannt nach dem Spessart in Bayern, wo er erstmals beschrieben wurde – besticht durch sein intensives Orange bis Orangerot. Moderne Funde in Namibia (Hollandschbird) und Nigeria liefern Exemplare in einem Mandarinorange, das in der Edelsteinwelt einzigartig ist.
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Wirkung: Hilfsbereitschaft, gegen Alpträume, antidepressiv, herzstärkend, hilft bei sexuellen Problemen
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Farbe: Orange, Orangerot, Mandarinorange; durch Mn²⁺
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Besondere Fundorte: Namibia (Hollandschbird), Nigeria, Brasilien, Pakistan
Uwarowit
Uwarowit ist der smaragdgrünste aller Granate – intensiver noch als Tsavorit – und durch seinen Chromgehalt so tief grün gefärbt wie kaum ein anderes Mineral. Er wurde nach dem russischen Staatsminister und Mineralienforscher Graf Sergei Semyonovich Uvarov (1786–1855) benannt. Uwarowit bildet fast immer nur winzige Kristalle auf Chromit-Muttergestein und ist in Schmuckgröße extrem selten.
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Wirkung: Individualität, Begeisterung, Entgiftung, gegen Entzündung, fiebertrübend
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Besonderheit: Fast ausschließlich als Druse auf Chromit; einzelne facettierbarte Kristalle sind extreme Raritäten
6. Bestimmung und Identifikation
Granate sind durch die Kombination aus kubischer Kristallform (keine Spaltbarkeit), hoher Dichte, hohem Brechungsindex und Farbvielfalt im Feld erkennbar. Die genaue Bestimmung der Granat-Art erfordert jedoch Refraktometer, Dichte-messung und im Zweifelsfall Spektroskopie.
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Kristallform: Charakteristische Rhombendodekaeder oder Ikositetraeder – rundlich-eckig, „granatapfelkern-förmig“
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Keine Spaltbarkeit: Granat bricht muschelig – kein gerader Bruch, keine Spaltflächen
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Hohe Dichte: 3,5–4,3 g/cm³; deutlich schwerer als Quarz oder Glas
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Hoher Brechungsindex: 1,714–1,888; im Refraktometer hoch und isotrop (kein Pleochroismus)
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Kein Pleochroismus: Kubische Symmetrie – Granate zeigen keine richtungsabhängige Farbvariation
Tipp: Der einfachste Feldtest für Granat ist die Kombination aus Kristallform (rundlich-eckig, keine Spaltflächen) und der typischen „Starlight“-Erscheinung unter Lupe: Granate zeigen oft einen hellen, funkelnden Glanz aus der Tiefe des Steins, der auf den hohen Brechungsindex zurückzuführen ist.
7. Fälschungen und Verwechslungen
Roter Granat (Almandin, Pyrop) gehört zu den sichersten Edelsteinen – er wird kaum gefälscht, da er günstig und reichlich verfügbar ist. Teure Varietäten wie Demantoid, Tsavorit und Spessartin sind gelegentlich von Imitaten oder verwechslungsanfällig:
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Roter Granat vs. Rubin: Rubine sind deutlich teurer; Härte 9 (vs. 6,5–7,5); Pleochroismus (rot/orange); andere Lichtbrechung
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Roter Granat vs. roter Spinell: Spinell ist kubisch wie Granat, aber leichter (3,58 g/cm³); Lichtbrechung 1,718; kein Pleochroismus
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Tsavorit vs. Smaragd: Smaragd hat fast immer Einschlüsse (Jardin); andere Lichtbrechung (1,577); Pleochroismus
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Demantoid vs. grüner Turmalin: Turmalin zeigt Pleochroismus; Demantoid nicht; Demantoid hat höheren Brechungsindex
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Spessartin vs. Mandarin-Hessonit: Sehr ähnliche orange Farbe; Spektroskopie zur sicheren Unterscheidung
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Gefärbtes Glas: Kein Pleochroismus, aber: Glas ist leichter, kühlt sich schneller auf, zeigt keine Kristallform, hat unter Lupe oft Blasen
8. Verwendung und Handel
Granat gehört zu den ältesten genutzten Edelsteinen der Menschheitsgeschichte. Bereits in der Bronzezeit wurden rote Granate als Schmucksteine verwendet; ägyptische Grabbeigaben, keltischer Schmuck und römische Siegelringe zeigen Granat-Einlagen. Im Mittelalter galt Granat als Schutzstein auf Reisen und Symbol der Treue.
Heute ist Granat einer der meistgehandelten Edelsteine weltweit. Handelssegmente und Verwendungsformen:
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Konfektion-Schmuckgranat (Almandin, Pyrop): Massig produzierter Schmuckstein; Ketten, Armbänder, Ringe; günstig bis mittelpreisig
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Feine Edelsteine (Demantoid, Tsavorit, Rhodolith): Hochpreisige Facettiersteine für Einzelschmuck; Demantoid erreicht Rubin-Preise
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Sammlerstufen (Uwarowit, Andradit, Spessartin): Als Druse oder Kristallgruppe auf Muttergestein; teils sehr hohe Sammlerwerte
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Trommelsteine und Rohsteine: Vor allem Almandin und Grossular; für Heilsteinzwecke und Dekoration
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Industrieschleifmittel (Granatsand): Almandin-Sand aus Indien und Australien; Nassstrahlmittel, Schleifpapier, Wasserstrahlschneiden
Im Handel gibt es klare Qualitätsstufen: Vom Konfektion-Trommelstein bis zum lupenreinen Demantoid über 5 Karat reicht die Preisspanne von wenigen Cents bis zu mehreren tausend Euro pro Karat.
9. Heilwirkung und Indikationen
Als kubisch-tertiäres Mineral hilft Granat bei großen Veränderungen, Umwälzungen und scheinbar aussichtslosen Situationen. Er gibt in schwierigen Zeiten die Kraft, sich immer wieder zu überwinden und das Notwendige zu tun, und fördert als Inselsilikat Widerstandskraft, Ausdauer und Durchhaltevermögen.
Seelisch-mentale Wirkung
Granat hilft, sich von veralteten Vorstellungen, Weltanschauungen, Gewohnheiten und Verhaltensmustern zu lösen, um offen zu sein für neue Perspektiven. Dabei ermöglicht er, Fehler der Vergangenheit zu analysieren, um sie später zu vermeiden, ohne dabei Selbstwert und Selbstachtung zu verlieren. Insofern ist er tatsächlich ein Stein, der hilft, Extremsituationen zu meistern und Krisen zu überwinden.
Darüber hinaus wirkt Granat aufbauend und stärkend in allen Unternehmungen. Er fördert den Wunsch nach Selbstverwirklichung und erweitert gleichzeitig den eigenen Horizont, so dass man das Wohl aller Gemeinschaften erkennt, in denen man lebt. Granat stärkt die Bereitschaft zur gegenseitigen Hilfe und fördert Mut, Hoffnung und Vertrauen. Er löst unnötige Hemmungen und Tabus, macht dynamisch und kreativ und sorgt für eine aktive, lebendige Sexualität. Männern hilft er daher auch bei Potenzproblemen.
Körperliche Wirkung
Aufgrund der vielen Mineralstoffe wirkt Granat stark stoffwechselanregend. Er erhöht an den Stellen, auf die er aufgelegt wird, den Umsatz aller Stoffe, so dass er praktisch jedes Gewebe oder Organ beleben und zur Aktivität anregen kann. Auf diese Weise stärkt Granat die Regenerationskraft des Körpers.
Die spezifischen Wirkungen verschiedener Granate
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Granat-Varietät |
Spezifische Wirkungen (Steinheilkunde nach Gienger) |
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Almandin |
Tatkraft, Vorstellungsgabe, stoffwechselanregend, Eisenstoffwechsel im Darm, blutbildend |
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Andradit |
Dynamik, Kreativität, geistige Beweglichkeit, belebend, leberanregend, blutbildend |
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– Demantoid |
Inspiration, Scharfsinn, stark leberanregend, entgiftend, gegen Entzündungen |
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– Melanit |
Aufrichtigkeit, Widerstandskraft, kräftigt die Wirbelsäule |
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– Regenbogen-Andradit |
Ideenreichtum, Flexibilität, Entsäuerung, herzstärkend |
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– Topazolith |
Optimismus, Hoffnung, Wundheilung, gewebestärkend |
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Grossular |
Entspannung, Erholung, stärkt Nieren, gegen Rheuma und Arthritis, regeneriert Haut und Schleimhäute |
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– Hessonit |
Selbstachtung, geistiges Wachstum, Hormonregulierung bei Über- und Unterfunktion der Drüsen |
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– Tsavorit |
Hilft bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute, auch bei verschleppten und chronischen Erkrankungen |
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– Chrom-Grossular |
Selbstbestimmung, Fettstoffwechsel, vorbeugend gegen Arteriosklerose |
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Pyrop |
Gelassenheit, Mut, hebt die Lebensqualität, verbessert die Blutqualität, kreislaufstärkend |
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– Rhodolith |
Lebenslust, Herzlichkeit, Vertrauen, gesunde Sexualität, stoffwechselanregend |
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Spessartin |
Hilfsbereitschaft, gegen Alpträume, antidepressiv, herzstärkend, hilft bei sexuellen Problemen |
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Uwarowit |
Individualität, Begeisterung, Entgiftung, gegen Entzündung, fiebertübend |
Die Angaben zu Heilwirkung und Indikationen sind paraphrasiert nach: Michael Gienger, Lexikon der Heilsteine, Neue Erde Verlag, sowie Steinheilkunde e.V. (www.steinheilkunde.de). Es handelt sich um überlieferte Erfahrungen der Steinheilkunde – kein Ersatz für medizinische oder therapeutische Behandlung.
10. Anwendung und Verwendung
Granat kann je nach Verfügbarkeit als Rohstein oder Trommelstein aufgelegt oder als Anhänger und Schmuckstein getragen werden. Es empfiehlt sich, Granate in akuten Fällen lieber mehrmals täglich für kurze Zeiträume anzuwenden als dauerhaft über längere Zeit. Direkter Hautkontakt ist günstig.
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Bei seelischen Krisen, Umwälzungen oder Extremsituationen: Granat als Anhänger über dem Herzchakra tragen oder während der Meditation in der Hand halten.
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Zur Stoffwechselanregung und Körperregeneration: direkt auf betroffene Körperbereiche auflegen – mehrmals täglich für 10–20 Minuten.
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Zur Unterstützung des Blutkreislaufs (Pyrop): als Kette oder Armband tragen.
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Für Sexualität und Vitalität: Granate im Unterbauchbereich (Sakralchakra) auflegen oder als Gürtelstein tragen.
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Zur Regeneration von Haut und Schleimhäuten (Grossular, Tsavorit): direkt auf betroffene Areale legen.
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Trommelsteine eignen sich als Handschmeichler für den Alltag und können unkompliziert in Hosentasche oder Handtasche mitgenommen werden.
11. Horoskop und indianisches Medizinrad
Roter Granat (Almandin, Pyrop) wird in der westlichen Astrologie primär dem Steinbock als klassischem Geburtsstein des Monats Januar sowie dem Widder als Ausgleichsstein zugeordnet. Die einzelnen Granat-Varietäten haben teils spezifische weitere Zuordnungen.
Westliche Astrologie
Für den Steinbock (22. Dezember – 21. Januar) ist roter Granat der klassische Geburtsstein und unterstützt dessen natürliche Qualitäten: Ausdauer, Widerstandskraft und Durchhaltevermögen in schwierigen Phasen. Er hilft dem Steinbock, alte Muster zu lösen und dennoch geerdet und beständig zu bleiben.
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Klassischer Geburtsstein: Januar – roter Granat (Almandin, Pyrop) als einer der bekanntesten Geburtssteine überhaupt
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Hauptsternzeichen: Steinbock (22. Dez. – 21. Jan.) – Widerstandskraft, Ausdauer, Überwindung von Krisen
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Ausgleichsstein: Widder (21. März – 20. Apr.) – zügelt Übereilung, fördert durchdachte Tatkraft
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Ergänzend: Skorpion (24. Okt. – 22. Nov.) – unterstützt Tiefenarbeit und Transformation
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Rhodolith: Zusätzlich Löwe und Stier – fördert Herzlichkeit, Lebenslust und Vertrauen
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Hessonit: Zusätzlich Zwillinge – Selbstachtung und geistiges Wachstum
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Planetarer Einfluss: Mars (Energie, Tatkraft, Mut) und Saturn (Ausdauer, Struktur, Krise)
Indianisches Medizinrad (nach Sun Bear)
Im indianischen Medizinrad nach Sun Bear korrespondiert Granat mit der Erdheilmond-Energie (Steinbock, ca. 22. Dezember – 19. Januar) und dem Schildkröten-Klan. Seine Kraft der Überwindung und Regeneration verbindet sich tief mit der nördlichen Energie des Medizinrads – der Richtung der inneren Stärke und der Überwindung des Winters.
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Totemtier: Büffel (Buffalo) – Symbol für Widerstandskraft, Gemeinschaft, die Kraft der Überwindung und heilige Dankbarkeit für das Leben
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Mond: Erdheilmond (ca. 22. Dez. – 19. Jan.) – Zeit der tiefsten Stille, der inneren Kraft und des Neubeginns im Dunkel
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Element: Erde – im Schildkröten-Klan; Beständigkeit, Geduld, verwurzelte Stärke
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Klan: Schildkröten-Klan – Weisheit, Geduld, Verantwortung, die langen Zyklen des Lebens
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Himmelsrichtung: Norden – innere Weisheit, Dunkel vor dem Licht, ureigene Stärke
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Begleitpflanze: Tanne – Standhaftigkeit und immerwährendes Grün selbst im härtesten Winter
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Kraftwirkung: Granat unterstützt Büffel-Geborene dabei, ihre natürliche Kraft der Gemeinschaft und Überwindung zu nutzen – in Krisenzeiten das Notwendige zu tun, ohne den Blick für das Große zu verlieren
Hinweis: Das von Sun Bear (Vincent LaDuke, 1929–1992) entwickelte Medizinrad-System ist eine neuzeitliche Synthese aus indianischen Überlieferungen und westlichen Konzepten (ab ca. 1978). Es repräsentiert nicht die Tradition aller indigenen Völker Nordamerikas und wird in der modernen Steinheilkunde weit verwendet.
Granat bei 1STone
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