Mineralogisches Glossar · A–Z
Mineralogische und steinheilkundliche Fachbegriffe kurz erklärt · by 1STone Fuerteventura · www.1stoneonline.com
A
Adulareszenz
Optisches Phänomen bei Mondstein und einigen Feldspäten: ein blau-weißliches Schimmern das sich beim Drehen des Steines verschiebt. Entsteht durch Lichtstreuung an dünnen Schichtlagen im Kristall. Benannt nach dem Fundort Adular (Schweiz).
Alluvial
Ablagerung von Mineralien durch Flüsse und Wasserläufe. Alluviale Seifenlagerstätten entstehen wenn härtere Minerale aus dem Ursprungsgestein herausgewittert und flussabwärts transportiert werden. Viele Saphir- und Rubin-Vorkommen sind alluvialen Ursprungs.
Applikation
In der Steinheilkunde: die Anwendungsweise eines Steines. Unterschieden werden direktes Auflegen auf den Körper, Tragen als Schmuck, Einlegen ins Trinkwasser (Edelsteinwasser), Raumplatzierung und Meditation mit dem Stein. Die Wahl der Applikation beeinflusst die Intensität der Wirkung.
Asterismus
Sterneffekt bei Edelsteinen — ein 4- oder 6-strahliger Lichtfächer erscheint auf der Oberfläche wenn der Stein mit einer punktförmigen Lichtquelle beleuchtet wird. Entsteht durch parallele Einschlüsse feiner Nadeln (z.B. Rutil). Bekannte Beispiele: Sternrubin, Sternsaphir.
B
Behandlung
Künstliche Verbesserung von Edelsteinen nach der Förderung. Gängige Methoden: Erhitzen (verändert Farbe), Färben, Bestrahlen, Ölen (füllt Risse), Beschichten. In der Steinheilkunde werden unbehandelte Natursteine bevorzugt da deren Energie als ursprünglicher gilt.
Bruch
Art wie ein Mineral bricht wenn keine Spaltfläche vorhanden ist. Unterschieden werden: muscheliger Bruch (z.B. Obsidian, Quarz), splitteriger Bruch, erdiger Bruch und unebener Bruch. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal neben der Spaltbarkeit.
C
Cabochon
Schliffform bei der der Stein eine glatte, gewölbte Oberfläche erhält ohne Facetten. Besonders geeignet für Steine mit optischen Phänomenen wie Chatoyanz oder Adulareszenz sowie für opake Steine. Der Cabochon ist die älteste Schliffform der Menschheitsgeschichte.
Chakra
Aus dem Sanskrit: „Rad“. In der indischen Tradition sieben Energiezentren des menschlichen Körpers, angeordnet entlang der Wirbelsäule. In der Steinheilkunde werden bestimmte Edelsteine den einzelnen Chakren zugeordnet um deren Energie zu harmonisieren oder zu stärken.
Chatoyanz
Katzenaugeneffekt — ein beweglicher Lichtstreifen auf der Oberfläche eines Cabochons. Entsteht durch parallele faserige Einschlüsse oder Hohlkanäle im Stein. Besonders ausgeprägt bei Tigerauge, Chrysoberyll und Turmalin.
D
Dichte / Spezifisches Gewicht
Masse eines Minerals im Verhältnis zu seinem Volumen, angegeben in g/cm³. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal: Quarz hat eine Dichte von 2,65, Baryt von 4,5. Edelsteine mit hoher Dichte fühlen sich schwerer an als optisch gleich große Steine mit geringerer Dichte.
Dublette / Triplett
Zusammengesetzte Steine aus zwei (Dublette) oder drei (Triplett) Schichten verschiedener Materialien. Oft wird eine dünne Schicht echten Edelsteins auf eine günstigere Unterlage geklebt. Als Imitat deklarierungspflichtig — echter Naturstein ist immer einteilig.
E
Eigenfarbe
Farbe die einem Mineral durch seine chemische Grundzusammensetzung eigen ist und immer gleich bleibt (z.B. Malachit immer grün, Rhodochrosit immer rosa). Gegenteil: Fremdfarbe, die durch Spurenelemente oder Einschlüsse entsteht und variieren kann.
Einschluss
Fremdmaterial das während der Kristallbildung in einen Stein eingeschlossen wurde. Können Flüssigkeiten, Gase, andere Minerale oder organische Reste sein. Einschlüsse mindern zwar oft den Handelswert, können aber optisch reizvoll sein (z.B. Rutilquarz, Bernstein mit Insekten).
F
Facette
Einzelne ebene Schlifffläche an einem Edelstein. Facettierte Steine brechen das Licht an jeder Fläche anders und erzeugen so das typische Funkeln. Der klassische Brillantschliff hat 57 oder 58 Facetten. Geeignet vor allem für transparente Steine.
Fissur
Riss oder Sprung im Stein, der die Oberfläche erreicht oder nur im Inneren liegt. Fissuren entstehen durch tektonischen Druck, schnelle Abkühlung oder mechnische Einwirkung. Sie mindern die Stabilität des Steines und können beim Tragen problematisch sein.
Fluoreszenz
Eigenschaft mancher Minerale unter UV-Licht zu leuchten. Entsteht durch bestimmte Spurenelemente oder Gitterdefekte im Kristall. Bekannte Beispiele: Fluorit (namensgebend), Rubine fluoreszieren oft kräftig rot, manche Opale zeigen ein grünliches Leuchten.
Fremdfarbe
Farbe die nicht zur chemischen Grundzusammensetzung eines Minerals gehört sondern durch Spurenelemente oder Einschlüsse entsteht. Beispiel: Quarz ist von Natur aus farblos — Amethyst (violett), Citrin (gelb) und Rosenquarz (rosa) verdanken ihre Farbe verschiedenen Fremdbeimengungen.
G
Gang / Ader
Spalte oder Riss im Gestein der durch mineralreiche Lösungen ausgefüllt wurde. Viele Edelsteine entstehen in Gängen — besonders Quarzvarietäten, Turmaline und Beryllminerale. Erzgänge sind wichtige Abbaustätten für Erze und Edelsteine.
Gestein
Natürliches Gemenge aus einem oder mehreren Mineralen. Im Gegensatz zu Mineralen haben Gesteine keine einheitliche chemische Zusammensetzung. Unterschieden werden Magmatite (aus Schmelze), Sedimentite (aus Ablagerungen) und Metamorphite (durch Druck und Temperatur umgewandelt).
H
Habitus
Typische äußere Erscheinungsform eines Kristalls — das charakteristische Aussehen das durch die Kombination der vorhandenen Kristallflächen entsteht. Beispiele: säulenförmig (Turmalin), blättrig (Glimmer), würfeliger Habitus (Fluorit, Pyrit).
Hydrothermal
Entstehungsweise von Mineralen aus heißen, mineral- und gasreichen wässrigen Lösungen die durch Risse und Spalten im Gestein aufsteigen. Viele Quarzvarietäten, Turmaline, Topase und Beryllminerale entstehen auf hydrothermale Weise.
I
Imitat
Nachahmung eines Edelsteins aus einem völlig anderen Material — z.B. Glas, Kunststoff oder ein anderes Mineral. Im Gegensatz zu Synthesen haben Imitate eine andere chemische Zusammensetzung als das Original. Deklarierungspflichtig im Handel.
Irisieren
Regenbogenartiges Farbenspiel auf oder in einem Stein, erzeugt durch Lichtinterferenz an dünnen Schichten oder Einschlüssen. Bei Opal besonders ausgeprägt (Opaleszenz). Auch bei Labradorit (Labradoreszenz) und manchen Quarzen zu beobachten.
K
Karat
Gewichtseinheit für Edelsteine: 1 Karat = 0,2 Gramm. Nicht zu verwechseln mit dem Karat bei Gold (dort Maß für den Feingehalt). Der Begriff stammt vom Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua) dessen Samen früher als Gewichtsreferenz dienten.
Kraftstein
In der Steinheilkunde ein Stein der bestimmte positive Eigenschaften oder Energien verstärkt. Im Gegensatz zum Schutzstein der abwehrt, aktiviert der Kraftstein und unterstützt. Die Zuordnung beruht auf überlieferten Erfahrungen der Lithotherapie nach Michael Gienger.
Kristall
Festkörper dessen Atome in einem regelmäßigen, sich wiederholenden dreidimensionalen Muster angeordnet sind (Kristallgitter). Die äußere Form (Kristallflächen) spiegelt diese innere Ordnung wider. Im Volksmund wird der Begriff auch für transparente Steine wie Bergkristall verwendet.
Kristallsystem
Einteilung der Kristalle nach ihrer geometrischen Symmetrie in 7 Systeme: kubisch, tetragonal, hexagonal, trigonal, orthorhombisch, monoklin und triklin. Das Kristallsystem bestimmt maßgeblich die Form der Kristallflächen und ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal.
L
Labradoreszenz
Metallartig schillerndes Farbenspiel bei Labradorit — bläuliche, grünliche, goldene oder orangefarbene Reflexe die beim Drehen des Steins aufleuchten. Entsteht durch Lichtinterferenz an dünnen Schichten unterschiedlicher Zusammensetzung im Feldspat.
Lithotherapie
Steinheilkunde — die therapeutische Nutzung von Edelsteinen und Mineralen. Basiert auf überlieferten Erfahrungen aus verschiedenen Kulturen. Die moderne deutschsprachige Steinheilkunde wurde maßgeblich von Michael Gienger („Lexikon der Heilsteine“, Neue Erde Verlag) systematisiert. Kein Ersatz für medizinische Behandlung.
Lüster
Art wie eine Mineraloberfläche das Licht reflektiert. Wichtige Arten: Glaslüster (Quarz), Diamantlüster (Diamant), Fettlüster (Nephrit), Seidenglanz (Tigerauge, Gips), Perlmuttglanz (Mondstein, Perlmutt), Harzglanz (Bernstein), Metallglanz (Pyrit). Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal.
M
Magmatisch
Entstehungsweise aus erstarrtem Gesteinsschmelze (Magma). Magmatische Gesteine wie Granit oder Basalt enthalten viele wichtige Edelsteinminerale. Tiefengesteine (Plutonite) kühlen langsam ab und bilden große Kristalle — Ergussgesteine (Vulkanite) kühlen schnell ab und bleiben feinkristallin.
Metamorph
Entstehungsweise durch Umwandlung bereits vorhandener Gesteine unter hohem Druck und/oder hoher Temperatur. Viele bedeutende Edelsteinlagerstätten sind metamorphen Ursprungs — z.B. Rubin und Saphir in Marmor, Smaragd in Glimmerschiefer.
Mineral
Natürlich vorkommender, anorganischer, kristalliner Festkörper mit definierter chemischer Zusammensetzung und charakteristischer Kristallstruktur. Minerale sind die Grundbausteine der Gesteine. Derzeit sind über 5.500 verschiedene Minerale bekannt.
Mohshärte
Relative Härteskala für Minerale von 1 (Talk, weichstes Mineral) bis 10 (Diamant, härtestes Mineral), entwickelt 1812 von Friedrich Mohs. Ein Mineral kann alles ritzen was eine niedrigere Mohshärte hat. Für Schmucksteine empfiehlt sich eine Mohshärte von mindestens 6 damit sie alltagstauglich sind.
O
Opak / Opazität
Undurchsichtig — kein Licht dringt durch den Stein. Gegenteil von transparent. Viele Schmucksteine sind opak (Malachit, Lapislazuli, Tigerauge) und werden als Cabochon geschliffen. Transluzente Steine lassen diffuses Licht durch, sind aber nicht durchsichtig.
Opaleszenz
Das charakteristische Farbenspiel des Opals — lebhaftes Schillern in allen Spektralfarben das sich beim Bewegen des Steines verändert. Entsteht durch Beugung und Interferenz des Lichts an regelmäßig angeordneten Kieselkügelchen im Innern des Opals.
P
Paragenese
Gemeinschaftliches Vorkommen verschiedener Minerale die gleichzeitig oder nacheinander unter gleichen geologischen Bedingungen entstanden sind. Kenntnisse der Paragenese helfen bei der Suche nach Edelsteinen — wer z.B. Beryll findet kann häufig auch Turmalin erwarten.
Pegmatit
Grobkristallines magmatisches Gestein das in der Endphase der Magmakristallisation entsteht, wenn wasserreiche Restschmelzen in Spalten eindringen. Pegmatite sind die wichtigsten Lagerstätten für viele Edelsteine: Beryll, Turmalin, Topas, Quarzvarietäten und seltene Minerale.
Pleochroismus
Eigenschaft mancher Kristalle in verschiedenen Blickrichtungen unterschiedliche Farben zu zeigen. Bei zwei Farben: Dichroismus, bei drei: Trichroismus. Bekannte Beispiele: Tanzanit (blau-violett-rötlich), Alexandrit (grün/rot), Iolith / Cordierit (blau/grau/gelb).
Pseudomorphose
„Falsche Form“ — ein Mineral nimmt die äußere Kristallform eines anderen Minerals an das es ersetzt hat. Beispiel: Tigerauge entstand als Pseudomorphose von Quarz nach Krokydolith (Blauasbest) — die Faserstruktur des Asbests blieb erhalten, die Chemie wurde zu Quarz.
S
Schliff
Formgebung eines Rohsteins durch Schleifen und Polieren. Die wichtigsten Schliffformen: Cabochon (gewölbt, ohne Facetten), Brillant (rund, 57 Facetten), Oval, Tropfen, Emeraldschliff (rechteckig, gestuft), Herzschliff. Die Wahl des Schliffs beeinflusst Brillanz und Feuer des Steins.
Schutzstein
In der Steinheilkunde ein Stein der negative Einflüsse abwehren oder neutralisieren soll. Bekannte Schutzsteine: Turmalin schwarz (Schoerl), Obsidian, Heliotrop, Chalcedon. Die Zuordnung basiert auf überlieferten Erfahrungen und variiert je nach Tradition.
Sedimentär
Entstehungsweise durch Ablagerung und Verfestigung von Verwitterungsprodukten, chemischen Fällungen oder organischen Resten. Sedimentäre Edelsteine: Malachit, Azurit (Verwitterungsprodukte), Bernstein (fossiles Harz), Jett (fossiles Holz), manche Opale.
Signaturenlehre
Überliefertes Prinzip der Steinheilkunde: die äußeren Eigenschaften eines Steines (Farbe, Form, Struktur) geben Hinweise auf seine Wirkung. Rote Steine fördern Vitalität und Blutbildung, blaue Steine wirken kühlend und kommunikationsfördernd, grüne Steine unterstützen Herz und Kreislauf.
Spaltbarkeit
Neigung eines Minerals entlang bestimmter Ebenen glatt zu brechen, die durch das Kristallgitter vorgegeben sind. Spaltbarkeit wird nach Richtungen und Vollkommenheit beschrieben (vollkommen, deutlich, undeutlich). Praktisch wichtig beim Schleifen und beim Täglichen Tragen von Schmucksteinen.
Synthese
Künstlich hergestellter Edelstein mit identischer chemischer Zusammensetzung und Kristallstruktur wie sein natürliches Vorbild. Synthesen sind keine Imitate — sie sind chemisch echter Edelstein, nur nicht natürlichen Ursprungs. Beispiele: synthetischer Rubin, Smaragd, Quarz. Deklarierungspflichtig.
T
Tenazität / Zähigkeit
Widerstand eines Minerals gegen mechanische Beanspruchung wie Biegen, Zerdrücken oder Reissen. Unterschieden werden: spröde (bricht leicht, z.B. Fluorit), zäh (widerstandsfähig, z.B. Nephrit), geschmeidig (lässt sich biegen, z.B. Seladonit). Zähigkeit ist unabhängig von der Mohshärte.
Transparenz
Durchsichtigkeit eines Minerals. Stufen: transparent (vollständig durchsichtig, z.B. Bergkristall), transluzent (lichtdurchlässig aber nicht durchsichtig, z.B. Rosenquarz), opak (undurchsichtig, z.B. Malachit). Relevant für die Wahl des Schliffs und den optischen Effekt.
Tracht
Die Kombination der tatsächlich ausgebildeten Kristallflächen bei einem Mineral. Unterscheidet sich vom Habitus dadurch dass Habitus das allgemeine Erscheinungsbild beschreibt während die Tracht die spezifische Flächenkombination bezeichnet. Tracht kann je nach Wachstumsbedingungen variieren.
V
Verwachsung
Regelmäßiges Zusammenwachsen zweier oder mehrerer Kristalle nach bestimmten geometrischen Gesetzen. Bekannte Beispiele: Zwillinge (regelmässige Verwachsung zweier gleicher Kristalle), Verwachsungen verschiedener Minerale wie Rubin in Zoisit oder Quarz in Feldspat.
Z
Zönomorphe Kristalle
Kristalle die während des Wachstums eingeschlossen wurden und deshalb die Form des umgebenden Minerals angenommen haben. Anders als Pseudomorphosen behalten zönomorphe Kristalle ihre eigene chemische Zusammensetzung — nur ihre äußere Form wurde durch den Einschluss begrenzt.
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